Share

Unfall – und dann? Absicherung für Selbstständige und Freiberufler

  • Januar 25, 2023

Biometrische Risiken – hinter diesem Fachbegriff aus der Versicherungsbranche stecken in der Regel ebenso ungeplante wie unerwünschte Ereignisse und deren Folgen: Unfall, Krankheit, Todesfall. Sie alle haben aus versicherungstechnischer Sicht eines gemeinsam: Sie schmälern die Fähigkeit des Betroffenen, Geld zu erwirtschaften, oder machen sie ganz zunichte.

Also ist es gerade für Selbstständige und Freiberufler ausgesprochen sinnvoll, sich gegen die finanziellen Folgen derlei Risiken abzusichern. Im Folgenden geht es in diesem Zusammenhang um das Thema Unfallschutz.

Jeder kennt das Gefühl, kennt den Schreck, der einem von Zeit zu Zeit in die Glieder fährt: Nur ein Augenblick der Unaufmerksamkeit, und beinahe wär´s passiert – ein Crash mit dem Auto, ein Sturz von der Treppe oder Ähnliches.

Glücklicherweise bleibt es meist bei einem kleinen Adrenalinstoß. Und selbst wenn etwas passiert – die meisten Unfälle verlaufen glimpflich. Dennoch: Viele Unfälle führen zu schweren Verletzungen, die bleibende Schädigungen hinterlassen. Vor allem aktive Menschen sind durch ihre vielfältigen Freizeitaktivitäten besonders gefährdet.

Nicht selten sind die Verletzungen so schwer, dass sich das Leben der Betroffenen von Grund auf ändert – mit Glück nur vorübergehend, bei Pech sogar auf Dauer. Körperliche Fähigkeiten sind eingeschränkt, sie können ihren Beruf nicht mehr ausüben und damit kein Einkommen mehr erwirtschaften. Ein dramatischer Einschnitt, der die gesamte Lebensplanung über den Haufen werfen kann.

Tägliche Gefahr

Rund neun Millionen Menschen kommen in Deutschland jedes Jahr bei Unfällen zu Schaden, eine Million so schwer, dass sie im Krankenhaus behandelt werden müssen. Etwa 24 Prozent der Unfälle ereignen sich bei der Arbeit, rund jeder dritte (30 Prozent) im Haushalt. 23 Prozent der Unfälle passieren im Freizeitbereich und etwa 18 Prozent im Straßenverkehr.

Das Problem für Selbstständige und Freiberufler: Sie haben in keinem dieser Bereiche Anspruch auf einen gesetzlichen Unfallschutz. Eine private Unfallversicherung ist somit als Basis-Absicherung unbedingt zu empfehlen. Außerdem sollte man sich Gedanken darüber machen, ob und inwieweit weitere Risikoversicherungen ergänzt werden sollten.

Die private Unfallversicherung kann individuell nach den persönlichen Bedürfnissen jedes Einzelnen ausgestaltet werden. Ob als Unfallrente oder als einmalige Kapitalleistung: Sie umfasst alle Unfälle des täglichen Lebens, gleichgültig, ob sie zu Hause, auf Reisen, im Beruf, in der Freizeit oder im Straßenverkehr passieren. Sie gilt rund um die Uhr und auf der ganzen Welt. Die Leistungen der privaten Unfallversicherung werden immer zusätzlich zu gegebenenfalls weiteren Risikoabsicherungen wie Haftpflicht-, Kranken- und Sozialversicherung erbracht und sind steuerfrei.

Invaliditätsleistung als Kernstück

Ein ganzes Bündel von Leistungsarten macht die private Unfallversicherung aus. Kernstück ist die Invaliditätsleistung: Bleiben als Folge eines Unfalls gesundheitliche Einschränkungen zurück, erhält der Versicherte eine Kapitalsumme. Er kann damit beispielsweise Einkommenseinbußen auffangen, eine Umschulung oder Spezialausbildung finanzieren, das Haus oder die Wohnung behindertengerecht umbauen, Pflegepersonal oder Haushaltshilfen bezahlen. Auch eine lebenslange Rentenzahlung kann für den Fall der Invalidität vereinbart werden.

Die Höhe der Kapitalsumme beziehungsweise die Auszahlung einer lebenslangen Unfallrente sind abhängig vom Grad der Invalidität. Eine sogenannte Gliedertaxe liefert hierfür durch medizinische Erkenntnisse gewonnene Werte. Sie ist Bestandteil eines jeden Versicherungsvertrages.

Für die Berechnung der Invaliditätsleistung ist entscheidend, inwieweit das gesamte Leistungsspektrum des Versicherten durch den Unfall beeinträchtigt wird. Grundlage ist immer ein ärztliches Gutachten. Um bei höheren Invaliditätsgraden überproportionale Kapitalauszahlungen zu erzielen, werden sogenannte Progressionsstaffeln angeboten.

Individuellen Bedarf abwägen

Wie hoch sollte die Versicherungssumme sein? Jeder Versicherte sollte seinen individuellen Versicherungsbedarf abwägen. Eine Art Faustformel geht mindestens vom Dreifachen des Jahreseinkommens des Versicherten aus! Um den steigenden Lebensstandard und die Inflation mit zu berücksichtigen, sollte die Unfallversicherung mit einer Dynamik ausgestattet werden.

Je nach individueller Situation kann es sinnvoll sein, seine Unfallversicherung durch Versicherungs-Bausteine wie Übergangsleistungen, Unfallkrankenhaustagegeld, Todesfallsumme und Ähnliches zu ergänzen. Dies sollte unbedingt in einem Beratungsgespräch ermittelt werden.

Zur Beachtung: Für einen Leistungsanspruch muss immer ein Unfallereignis zugrunde liegen. Bei einer Blinddarm-OP beispielsweise wird also kein Unfallkrankenhaustagegeld ausbezahlt.

Police überprüfen lassen

Sollten Sie bereits eine Unfallversicherung abgeschlossen haben, lohnt es sich, Ihre Police überprüfen zu lassen. Gerade in den vergangenen Jahren sind die Unfalltarife kundenfreundlicher geworden. Doch längst nicht bei allen Anbietern. Themen wie etwa Zeckenbiss, Impfschäden, Vergiftungen bei Kindern, Alkoholklauseln, Unfallereignisse ohne Fremdeinwirkung und Vieles mehr sind in den Bedingungen der verschiedenen Versicherer sehr unterschiedlich geregelt.

Fazit: Ein Unfallschutz ist speziell für Selbständige und Freiberufler sehr wichtig. Erste Priorität bei der Auswahl der Versicherers und des Tarifs sollte auf jeden Fall die Qualität der Versicherungsbedingungen haben.